Auf der Suche nach einem USB-Stick.
Nachdem ich meinen Text fertig geschrieben hatte-hm ich war echt zufrieden-wollte ich dann einen USB-Stick kaufen, um ihn darauf speichern und irgendwo drucken zu können, aber wo denn ,da ich die Stadt nicht gut kenne? Ich überlegte mir ein paar Minuten, ob ich in meinem Viertel ein bisschen suchen musste oder, ob ich noch warten musste, am Alexanderplatz zu sein und dann in eines dieser dort liegenden Kaufhäuser gehen, wo ich mich vielleicht verlaufen könnte, so riesig groß sind sie. Nach dieser kurzen Überlegung entschied ich mich, in meinem Viertel zu suchen und am besten wäre, dass ich mit dem einzigen Internet Café anfange, das ich kannte. Es war gar nicht weit von meiner Wohnung. Es lohnte sich also nicht, dass ich mich mit vielen Sachen, ich meine Kleidung, überlaste. Nicht nötig eine dicke Jacke und einen Schal, der mich immer juckt, anzuhaben. Ich ging also in das Internet Café und fragte nach einem USB-Stick. Leider gab sowas nicht. Der Geschäftsführer schlug mir aber vor, in den Media Markt in der Wilmersdorferstraße zu gehen. Ich fragte ihn kurz, wo dieser Media Markt lag. Ganz freundlich erklärte er mir alles und sagte mir am Ende ganz ruhig: Der Weg zu Fuß dauert 15 bis 20 Minuten. Er fragte mich, ob ich zu Fuß dahin wollte. Ja klar, antwortete ich. 15 Minuten sind zu wenig für mich , der öfter über 5 Km gehe. 15 Minuten konnten mir keine Angst machen. Es könnte auch eine gute Gelegenheit für mich sein, andere Teile der Stadt zu entdecken und nicht immer unter der Erde fahren wie ein Wurm. Das einzige Ding, das ich vergessen hatte, war, dass ich nicht an der Elfenbeinküste, in Djamadioké war, sondern eher in Berlin , tief im Winter, wo man sich unbedingt sehr warm anziehen und keine lange Wege zu Fuß gehen sollte, sonst fror man bitterlich. Nach drei Minuten auf dem Weg drang die Kälte in meine Kleidung und bemächtigte sich meines ganzen Körpers wie eine gelbe Malaria. Ich fror sehr tief ,aber ich wollte gar nicht aufgeben. Ich wollte zeigen, dass ich ein tapferer Typ war und dass ich alles überstehen konnte, egal welche Schwierigkeiten, obwohl ich furchtbar litt. Ich zitterte so stark vor Kälte, dass meine Zähne angefangen hatten, "kroumen" Rythmen wie Bollo Super zu singen. Mir ging's schlecht und mein Bauch machte ein schändliches Geräusch. Zum Glück war ich der Einzige, der es hörte. Ich erinnerte mich an den Satz der Medikamentsverkäuferin, die immer in meinem Viertel in Abidjan schlurft, als hätte sie keine Hoffnung mehr: Dein körper juckt dich nach dem Bad, dir geht's schlecht, dein Bauch macht gbroooooo gbroooooooo, das sind die Würmer.Ich fragte fortwährend auf dem Weg. Zuerst ein altes Ehepaar, das sehr heiter Hand in Hand vor einem kleinen Restaurant stand. Ach, die alten Menschen! Voll von Sehnsucht wollen sie manchmal allen ihre gegenseitige und ständige Liebe zeigen. Ich fragte sie vor Kälte zitternd: Entschuldigung, wissen Sie ,wo der Media Markt liegt? Sehr freundlich antwortete mir der Mann: Gehen Sie noch ein Stück weiter, die Straße runter bis zu der zweiten nächsten U-Bahnstation und dann links. Ganz leise fragte ich noch: Wie weit ist es? Er antwortete sehr schnell: Fast einen Kilometer noch ab hier. Ich sagte mir dann innerlich: Mein Leid ist bestimmt noch nicht zu Ende. Ich ging die Wimersdorferstraße entlang mit einem gesenkten Gesicht und achtete nicht mehr auf irgendwas. Nach mehr als 20 Minuten, im Gegenteil zu dem, was mir vorher gesagt wurde, fand ich endlich den Media Markt. Ich wusste aber nicht, wo der Eingang war. Ich lief vor dem Gebäude herum und fand glücklicherweise dank einem dicken Mann, der warhscheinlich auch ein Ausländer war wie ich, den Eingang. Das ließ sich an seinen Akzent erkennen. Einmal im Laden fragte ich nach einem USB-Stick. Dort! Sagte man mir, ohne das ,, dort,, genau zu zeigen. Ich suchte lange Zeit und fand es endlich irgendwo in der Mitte des Ladens.
An der Kasse verlor ich mein ganzes Deutsch. Ich wusste nicht , was sagen und tun. Ich war vor der Frau und machte komische Handbewegungen wie ein Taubstummer. Am Ende sprach ich englisch: I wanna buy this please, how much is it? Wie denn? Das konnte ich auf Deutsch nicht sagen? Hm, ich war total ratlos. Die Frau an der Kasse lächelte und sagte: Ja kein Problem, das macht 14,5 €. Ich bezahlte und ging raus. Auf dem Rückweg wollte ich diesmal die U2 nehmen, aber dann merkte ich, dass ich meine Karte nicht dabei hatte. Also anstatt 80 € der BVG zu bezahlen, wie es mir in den ersten Tagen gesagt wurde, musste ich noch zu Fuß los. Stellt euch mich auf dem Weg vor.
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