Reise nach Weimar
Im Germanistik-Studium spielt Weimar eine sehr bedeutende Rolle. Auf keinen Fall darf ich die Gelegenheit versäumen, diese geschichtsträchtige Symbolstadt zu besuchen. Ich möchte unbedingt den Ort sehen, wo die erste Republik Deutschlands gegründet wurde, wo die weltbekannten Dichter Goethe und Schiller gelebt, gegessen, gequatscht, gelacht haben, wenn bloß sie Zeit zum Lachen hatten. Und vor allem, wo beide auf die Toiletten gegangen sind und sich jeden Abend –ich vermute-betrunken haben. Ich höre rum, wie ich dahin komme und erfahre, dass es eine Mitfahrgelegenheit gibt, die sehr günstig ist. Toll, sage ich mir ganz froh. Ich melde mich und kriege in kurzer Zeit eine Antwort. Cool, einer fährt nach Weimar und hätte noch einen Platz frei. Treffpunkt: Schönhauser Allee um halb drei. Er fragt mich, ob ich den Ort kenne. Ja klar, antworte ich mit einem sicheren Gefühl. Es ist doch in der Nähe vom Goethe-Institut. Kein Problem, ich finde den Ort einfach, meine ich. Ich habe nur vergessen, dass es eine Schönhauser, alte Schönhauser und neue Schönhauser Allee gibt. Am Tag der Reise nehme ich meinen Rucksack, beeile mich, steige in die U2 ein und steige an der Weinmeisterstraße aus. So, jetzt bin ich da und die Nummer 123 muss ich suchen, sage ich mir. Ich gehe die neue und alte Schönhauser Allee entlang und finde keine Nummer 123. Was soll ich nun machen? Ich habe mich verlaufen und habe keinen Stadtplan dabei. Also wie immer, fange ich an zu fragen und laufe bis Pankow. Dort finde ich die Adresse, die ich in Mitte suchte. Vor dem Haus sehe ich eine Station der U2 und sage ich mir : Oh Gott, hätte ich das gewusst. Ich stehe also vor dem Haus, das muss ein berühmtes Kino in Pankow sein und ein Film muss drinnen vorgeführt werden. Es kommen viele Leute, aber die Tür ist zu. Ich kriege da großen Hunger, weil ich zuhause nichts gegessen habe und einen langen Weg zu Fuß gegangen bin. Ich gehe in ein Restaurant in der Nähe. Okay, jetzt muss ich was Handfestes essen, sage ich mir. Man bringt mir die Speisekarte aber ich verstehe nichts. Ich habe keine Ahnung von dem, was da geschrieben ist. Ich suche aber trotzdem weiter. Ich muss gar nicht zeigen, dass ich mich nicht auskenne, sonst ist es eine große Schande, zumal schöne junge deutsche Frauen gegenüber mir sitzen, die mir fortwährend ins Gesicht blicken, wie eine Pythonschlange, die ihre Beute fixiert. Ich suche fast 10 Minuten und weiß immer noch nicht, was ich bestellen kann. Die Kellnerin kommt mit einem breiten Zwangslächeln und fragt: So, was haben Sie jetzt ausgewählt? Noch nichts, einen Augenblick bitte, antworte ich. Nach 4 Minuten kommt sie noch einmal und fragt: Haben Sie jetzt was gefunden? Nein, nein noch nicht, Augenblick bitte. Ihr Lächeln verwandelt sich in ein erstauntes Gesicht und sagt witzig: Ich glaube, bei dem dritten Mal ist alles aus. Wenn Sie sich doch bloß nur entscheiden könnten! Okay, jetzt habe ich was gefunden, sage ich. Was denn? Fragt sie. Das hier, zeige ich mit meinem Finger und frage noch: Bitte sagen Sie mir, ist das lecker? Wenn Sie das ausgewählt haben, dann muss es aus nur von Ihnen bekannten Gründen sein. Ich kann Ihnen aber garantieren, dass es sehr lecker ist. Na klar, was anderes kann sie mir noch sagen als das? Nach einigen Minuten bringt sie mir das Gericht. Hm der Geruch zeigt nicht, dass es lecker ist. Ich bin schon enttäuscht. So ein furchtbar schlechter Geruch, total ungewöhnlich. Mal probieren, sage ich mir aber. Pouah, schmeckt nicht. Ich kann es nicht weiteressen. Ich sage mir dann innerlich: ich habe mein Geld aus dem Fenster geworfen. Ganz enttäuscht stehe ich auf und gehe raus. Ich stelle mich vor das Kino und warte noch auf meinen Mitfahrer. Es kommen immer viele Leute, aber die Tür ist immer noch zu. Ich fange an, ihnen zu sagen, dass das Kino zu ist: Es ist zu, nee die Tür geht nicht auf. Danke, sagen einige, wortlos und enttäuscht gehen manche zurück. Eine sehr arrogante Frau fragt mich aber: Woher wissen Sie, dass die Tür nicht aufgeht? Plötzlich kommt mein Mitfahrer und sagt: Mein Auto steht auf der anderen Seite, wollen Sie bitte mir folgen? Ein junger Mann, der gute Laune verbreitet. Sein Auto ist aber altmodisch. Ein sehr alter Mercedes. Er ist aber zufrieden und stolz drauf. Er fängt an zu erzählen, was für tolle Sachen er mit seinem sehr schönen und bequemen Auto macht. Die Fahrt verläuft gut. Unterwegs fragt er mich: Was wollen Sie in Weimar? Sehr witzig antworte ich: Ich will Goethe und Schiller besuchen und ihnen einen lieben Gruß von der Elfenbeinküste sagen. Ah okay, sagt er. Seit wann sind Sie in Berlin? Fragt er noch. Seit zwei Wochen, antworte ich. Und was ist Ihnen bis jetzt aufgefallen? Hm, hm, vieles, aber mir ist besonders gefallen, dass die Menschen hier viel Bier trinken, dass es hier ein Erotik-Museum gibt. Ich frage ich wirklich, was dort dargestellt wird? Er sagt ganz stolz: Normal, Deutschland ist doch ein Bierland, oder ? Mit dem Sex-Museum, weiß ich nicht, sagt er weiter. Einmal in Weimar bringt er mich in eine Jugendherberge. Es ist wirklich nett vom ihm. So, ich bin zu Besuch hier und möchte bei euch übernachten, sage ich dem Geschäftsführer. Okay, kein Problem, antwortet er. Eine Nacht kostet hier 12 € : Haben Sie Badesachen? Fragt er. Nein antworte ich, dann bitte noch 2.50 €. Alles klar , ich bezahle, sage ich. Kann man hier in der Nähe essen und surfen? frage ich. Ja klar, aber, wenn Sie noch nach draußen wollen, dann werden Sie 10 € extra bezahlen, da werden Sie einen elektronischen Schlüssel von uns bekommen, um nicht klingeln zu müssen, wenn Sie zurückkommen, sagt er. Was ? frage ich erstaunt. Ich sage, 10 € für das Rausgehen. Das Bett kostet 12 € und das Rausgehen kostet 10 € ? frage ich noch. Ja und das macht insgesamt 24.50 € bitte, sagt er ganz ruhig. Okay, dann bleibe ich lieber hier im Zimmer. Wollen Sie nicht mehr essen? Nein ich bin schon satt, sage ich, obwohl ich großen Hunger hatte, weil ich in Berlin nicht richtig gut gegessen hatte. Ich hatte echt keine Lust, noch 10 € zu bezahlen, sage ich mir innerlich. Ich gehe also in mein Zimmer, mache die Tür zu und bleibe mit meinem Hunger allein. Einige Stunden später kommt eine junge Frau in dasselbe Zimmer. Sie sieht sehr freundlich und nett aus. Ein Gespräch beginnt plötzlich zwischen uns und ich erkläre ihr, dass ich nicht nach draußen konnte, weil man noch 10 € von mir verlangte. Sie sagt mir: Oh nö, das ist nur Pfand. Du bekommst das wieder, wenn du zurückkommst. Ich sage: Oh mein Gott. Ich habe das echt sehr falsch verstanden. Wegen eines blöden Missverständnisses bin ich mit einem leeren Bauch eingeschlafen.
Nick der Vogel
Freitag, 28. Mai 2010
Auf der Suche nach einem USB-Stick
Auf der Suche nach einem USB-Stick.
Nachdem ich meinen Text fertig geschrieben hatte-hm ich war echt zufrieden-wollte ich dann einen USB-Stick kaufen, um ihn darauf speichern und irgendwo drucken zu können, aber wo denn ,da ich die Stadt nicht gut kenne? Ich überlegte mir ein paar Minuten, ob ich in meinem Viertel ein bisschen suchen musste oder, ob ich noch warten musste, am Alexanderplatz zu sein und dann in eines dieser dort liegenden Kaufhäuser gehen, wo ich mich vielleicht verlaufen könnte, so riesig groß sind sie. Nach dieser kurzen Überlegung entschied ich mich, in meinem Viertel zu suchen und am besten wäre, dass ich mit dem einzigen Internet Café anfange, das ich kannte. Es war gar nicht weit von meiner Wohnung. Es lohnte sich also nicht, dass ich mich mit vielen Sachen, ich meine Kleidung, überlaste. Nicht nötig eine dicke Jacke und einen Schal, der mich immer juckt, anzuhaben. Ich ging also in das Internet Café und fragte nach einem USB-Stick. Leider gab sowas nicht. Der Geschäftsführer schlug mir aber vor, in den Media Markt in der Wilmersdorferstraße zu gehen. Ich fragte ihn kurz, wo dieser Media Markt lag. Ganz freundlich erklärte er mir alles und sagte mir am Ende ganz ruhig: Der Weg zu Fuß dauert 15 bis 20 Minuten. Er fragte mich, ob ich zu Fuß dahin wollte. Ja klar, antwortete ich. 15 Minuten sind zu wenig für mich , der öfter über 5 Km gehe. 15 Minuten konnten mir keine Angst machen. Es könnte auch eine gute Gelegenheit für mich sein, andere Teile der Stadt zu entdecken und nicht immer unter der Erde fahren wie ein Wurm. Das einzige Ding, das ich vergessen hatte, war, dass ich nicht an der Elfenbeinküste, in Djamadioké war, sondern eher in Berlin , tief im Winter, wo man sich unbedingt sehr warm anziehen und keine lange Wege zu Fuß gehen sollte, sonst fror man bitterlich. Nach drei Minuten auf dem Weg drang die Kälte in meine Kleidung und bemächtigte sich meines ganzen Körpers wie eine gelbe Malaria. Ich fror sehr tief ,aber ich wollte gar nicht aufgeben. Ich wollte zeigen, dass ich ein tapferer Typ war und dass ich alles überstehen konnte, egal welche Schwierigkeiten, obwohl ich furchtbar litt. Ich zitterte so stark vor Kälte, dass meine Zähne angefangen hatten, "kroumen" Rythmen wie Bollo Super zu singen. Mir ging's schlecht und mein Bauch machte ein schändliches Geräusch. Zum Glück war ich der Einzige, der es hörte. Ich erinnerte mich an den Satz der Medikamentsverkäuferin, die immer in meinem Viertel in Abidjan schlurft, als hätte sie keine Hoffnung mehr: Dein körper juckt dich nach dem Bad, dir geht's schlecht, dein Bauch macht gbroooooo gbroooooooo, das sind die Würmer.Ich fragte fortwährend auf dem Weg. Zuerst ein altes Ehepaar, das sehr heiter Hand in Hand vor einem kleinen Restaurant stand. Ach, die alten Menschen! Voll von Sehnsucht wollen sie manchmal allen ihre gegenseitige und ständige Liebe zeigen. Ich fragte sie vor Kälte zitternd: Entschuldigung, wissen Sie ,wo der Media Markt liegt? Sehr freundlich antwortete mir der Mann: Gehen Sie noch ein Stück weiter, die Straße runter bis zu der zweiten nächsten U-Bahnstation und dann links. Ganz leise fragte ich noch: Wie weit ist es? Er antwortete sehr schnell: Fast einen Kilometer noch ab hier. Ich sagte mir dann innerlich: Mein Leid ist bestimmt noch nicht zu Ende. Ich ging die Wimersdorferstraße entlang mit einem gesenkten Gesicht und achtete nicht mehr auf irgendwas. Nach mehr als 20 Minuten, im Gegenteil zu dem, was mir vorher gesagt wurde, fand ich endlich den Media Markt. Ich wusste aber nicht, wo der Eingang war. Ich lief vor dem Gebäude herum und fand glücklicherweise dank einem dicken Mann, der warhscheinlich auch ein Ausländer war wie ich, den Eingang. Das ließ sich an seinen Akzent erkennen. Einmal im Laden fragte ich nach einem USB-Stick. Dort! Sagte man mir, ohne das ,, dort,, genau zu zeigen. Ich suchte lange Zeit und fand es endlich irgendwo in der Mitte des Ladens.
An der Kasse verlor ich mein ganzes Deutsch. Ich wusste nicht , was sagen und tun. Ich war vor der Frau und machte komische Handbewegungen wie ein Taubstummer. Am Ende sprach ich englisch: I wanna buy this please, how much is it? Wie denn? Das konnte ich auf Deutsch nicht sagen? Hm, ich war total ratlos. Die Frau an der Kasse lächelte und sagte: Ja kein Problem, das macht 14,5 €. Ich bezahlte und ging raus. Auf dem Rückweg wollte ich diesmal die U2 nehmen, aber dann merkte ich, dass ich meine Karte nicht dabei hatte. Also anstatt 80 € der BVG zu bezahlen, wie es mir in den ersten Tagen gesagt wurde, musste ich noch zu Fuß los. Stellt euch mich auf dem Weg vor.
Nachdem ich meinen Text fertig geschrieben hatte-hm ich war echt zufrieden-wollte ich dann einen USB-Stick kaufen, um ihn darauf speichern und irgendwo drucken zu können, aber wo denn ,da ich die Stadt nicht gut kenne? Ich überlegte mir ein paar Minuten, ob ich in meinem Viertel ein bisschen suchen musste oder, ob ich noch warten musste, am Alexanderplatz zu sein und dann in eines dieser dort liegenden Kaufhäuser gehen, wo ich mich vielleicht verlaufen könnte, so riesig groß sind sie. Nach dieser kurzen Überlegung entschied ich mich, in meinem Viertel zu suchen und am besten wäre, dass ich mit dem einzigen Internet Café anfange, das ich kannte. Es war gar nicht weit von meiner Wohnung. Es lohnte sich also nicht, dass ich mich mit vielen Sachen, ich meine Kleidung, überlaste. Nicht nötig eine dicke Jacke und einen Schal, der mich immer juckt, anzuhaben. Ich ging also in das Internet Café und fragte nach einem USB-Stick. Leider gab sowas nicht. Der Geschäftsführer schlug mir aber vor, in den Media Markt in der Wilmersdorferstraße zu gehen. Ich fragte ihn kurz, wo dieser Media Markt lag. Ganz freundlich erklärte er mir alles und sagte mir am Ende ganz ruhig: Der Weg zu Fuß dauert 15 bis 20 Minuten. Er fragte mich, ob ich zu Fuß dahin wollte. Ja klar, antwortete ich. 15 Minuten sind zu wenig für mich , der öfter über 5 Km gehe. 15 Minuten konnten mir keine Angst machen. Es könnte auch eine gute Gelegenheit für mich sein, andere Teile der Stadt zu entdecken und nicht immer unter der Erde fahren wie ein Wurm. Das einzige Ding, das ich vergessen hatte, war, dass ich nicht an der Elfenbeinküste, in Djamadioké war, sondern eher in Berlin , tief im Winter, wo man sich unbedingt sehr warm anziehen und keine lange Wege zu Fuß gehen sollte, sonst fror man bitterlich. Nach drei Minuten auf dem Weg drang die Kälte in meine Kleidung und bemächtigte sich meines ganzen Körpers wie eine gelbe Malaria. Ich fror sehr tief ,aber ich wollte gar nicht aufgeben. Ich wollte zeigen, dass ich ein tapferer Typ war und dass ich alles überstehen konnte, egal welche Schwierigkeiten, obwohl ich furchtbar litt. Ich zitterte so stark vor Kälte, dass meine Zähne angefangen hatten, "kroumen" Rythmen wie Bollo Super zu singen. Mir ging's schlecht und mein Bauch machte ein schändliches Geräusch. Zum Glück war ich der Einzige, der es hörte. Ich erinnerte mich an den Satz der Medikamentsverkäuferin, die immer in meinem Viertel in Abidjan schlurft, als hätte sie keine Hoffnung mehr: Dein körper juckt dich nach dem Bad, dir geht's schlecht, dein Bauch macht gbroooooo gbroooooooo, das sind die Würmer.Ich fragte fortwährend auf dem Weg. Zuerst ein altes Ehepaar, das sehr heiter Hand in Hand vor einem kleinen Restaurant stand. Ach, die alten Menschen! Voll von Sehnsucht wollen sie manchmal allen ihre gegenseitige und ständige Liebe zeigen. Ich fragte sie vor Kälte zitternd: Entschuldigung, wissen Sie ,wo der Media Markt liegt? Sehr freundlich antwortete mir der Mann: Gehen Sie noch ein Stück weiter, die Straße runter bis zu der zweiten nächsten U-Bahnstation und dann links. Ganz leise fragte ich noch: Wie weit ist es? Er antwortete sehr schnell: Fast einen Kilometer noch ab hier. Ich sagte mir dann innerlich: Mein Leid ist bestimmt noch nicht zu Ende. Ich ging die Wimersdorferstraße entlang mit einem gesenkten Gesicht und achtete nicht mehr auf irgendwas. Nach mehr als 20 Minuten, im Gegenteil zu dem, was mir vorher gesagt wurde, fand ich endlich den Media Markt. Ich wusste aber nicht, wo der Eingang war. Ich lief vor dem Gebäude herum und fand glücklicherweise dank einem dicken Mann, der warhscheinlich auch ein Ausländer war wie ich, den Eingang. Das ließ sich an seinen Akzent erkennen. Einmal im Laden fragte ich nach einem USB-Stick. Dort! Sagte man mir, ohne das ,, dort,, genau zu zeigen. Ich suchte lange Zeit und fand es endlich irgendwo in der Mitte des Ladens.
An der Kasse verlor ich mein ganzes Deutsch. Ich wusste nicht , was sagen und tun. Ich war vor der Frau und machte komische Handbewegungen wie ein Taubstummer. Am Ende sprach ich englisch: I wanna buy this please, how much is it? Wie denn? Das konnte ich auf Deutsch nicht sagen? Hm, ich war total ratlos. Die Frau an der Kasse lächelte und sagte: Ja kein Problem, das macht 14,5 €. Ich bezahlte und ging raus. Auf dem Rückweg wollte ich diesmal die U2 nehmen, aber dann merkte ich, dass ich meine Karte nicht dabei hatte. Also anstatt 80 € der BVG zu bezahlen, wie es mir in den ersten Tagen gesagt wurde, musste ich noch zu Fuß los. Stellt euch mich auf dem Weg vor.
Vaters Zahnstocher
,,Vaters Zahnstocher
Es ist echt ärgerlich, dass ich mich nicht genau daran erinnere, wie alt und in welcher
Klasse ich war. Macht aber nichts. Was aber hundert prozentig sicher ist, ist, dass ich noch sehr jung war und zu jener Zeit im Dorf bei meinen Eltern wohnte. Ich war ein sehr neugieriges Kind, vielleicht bin ich es noch, weiß ich nicht. Ich stöberte immer in den Sachen meiner Eltern vor allem in denen meines Vaters herum. Mich interessierten besonders seine Fotos, wie er aussah, als er noch jung war, ob ich ihm in seiner Kindheit und Jugend ähnlich sah. Eine andere Tatsache war und ist immer noch, dass mein Vater, obgleich er die Schule nicht besucht hat, alle Urkunden und Papiere bewachte und immer noch bewacht, die er bekam und bis jetzt bekommt. Ich las gerne alles und das machte mir echt viel Spaß. Als er zurückkam und merkte, dass seine Sachen, die er immer sehr gut aufräumte, nicht mehr in Ordnung waren, fragte er total zornig uns alle, aber ich gab nie etwas zu. Eines Tages war Vater auf dem Feld, Mutter und die anderen Geschwister waren alle nicht da auch. Ich war also ganz alleine im Haus. Da fing ich an mit meiner üblichen Arbeit. Ich ging in Vaters Schlafzimmer, holte mir einen Stuhl und setzte mich vor seine Schublade. So, jetzt habe ich genug Zeit, sagte ich lächelnd und mir die Hände reibend. Ich zog sie raus. Ich fand darin natürlich Papiere und zwei seltsame fast unsichtbare alte Fotos. Ich konnte ihn da nicht gut erkennen. Dazu fand ich aber jenes Mal noch etwas anderes: Viele sehr kleine Wurzeln. Oh ,was ist das denn noch? Fragte ich. Die Wurzeln sahen aus wie Zahnstocher, die wir gewöhnlich bei uns gerne kauen. Bei uns ersetzen manchmal die Zahnstocher die Zahnbürste und Creme. Ich meine, wir benutzen sie, um uns irgendwann die Zähne zu putzen und das ist überhaupt nicht erstaunlich. Ich nahm mir also einen und kaute ihn. Hmm er hatte einen speziell guten Geschmack. Gar nicht bitter, aber einfach ölig wie ein leicht geräucherter Fisch. Ich nahm also noch einen zweiten und einen dritten und einen vierten und einen fünften und einen sechsten. Es waren echt sehr leckere und fesselnde Wurzeln, ich meine, Zahnstocher. Ich beschäftigte mich ganz seriös mit ihnen und warf keinen Blick mehr auf die anderen Sachen. Ich aß sie sehr gut mit Appetit und trank dazu ein Glas Wasser. Warum sie da in der Schublade lagen und wozu sie dienten, interessierte mich gar nicht zu wissen. Um 20 Uhr kam Vater zurück nach Hause. Ja, es war üblich bei ihm. Er kam nie früh vom Feld nach Hause. Als man ihn darauf aufmerksam machte, dass es schon Abend und dunkel werde und dass man also nach Hause müsse, antwortete er immer: Nein, nein Kinder bleibt ihr cool, es ist noch nicht dunkel. Es seien die Wolken, die die Sonne davon hindern, gut zu scheinen. Er war also im Haus und ging sehr schnell in sein Schlafzimmer, um sich umzuziehen. Danach fing er an zu überprüfen, ob seine Sachen in Ordnung geblieben waren. Er zog seine Schublade raus und da merkte er sofort, dass einige seiner Zahnstocher, ich meine Wurzeln, fehlten. Zornig kam er raus und fragte energisch: Wer hat in meiner Schublade herumgestöbert und meine Zahnstocher geklaut? Er schrie so stark im Haus, dass ich plötzlich große Angst bekam. Mit einer zitternden und leisen Stimme gab ich dieses Mal zu, dass ich es war.
Ich Vater.
Hier her! Sagte er.
Ich kam mit einem gesenkten Kopf.
Warum hast du meine Zahnstocher geklaut? Fragte er immer noch zornig. Ich sagte nichts, er fragte mich wieder, ich sagte nichts, er fragte zum dritten Mal, ich antwortete ganz leise:
Weil sie sehr ölig und lecker waren.
Oh mein Gott, du wirst dir ernste Komplikationen holen wegen deiner großen Scheißesslust. Weißt du, warum sie da liegen? Weißt du welche Rolle sie spielen?
Schrie er in meine Ohren.
Nein, antwortete ich ängstlich und ganz leise.
Wie viele hast du gekaut?
Fragte er noch. Ich antwortete: Ich weiß nicht genau. Zwischen fünf und sechs.
Ach was, du bist doch noch zu jung dafür. Das ist aber zu viel für dich vor allem für dein Alter.
Das kannst du ja nicht vertragen.
Da verstand ich ehrlich nichts von dem, was Vater jetzt sagte und ich hatte richtig Angst.
Ich wollte jetzt unbedingt wissen, wozu jene Wurzeln, die ich geklaut hatte, überhaupt dienten. Ich hob meinen Kopf und fragte ihn leise:
Papa, wozu dienen sie und warum kann ich sie nicht ertragen?
Mach deinen Scheißmund zu! Sagte er mir zornig. Er wollte meine Frage nicht beantworten und ich wusste nicht warum. Er entschied sich aber dann nach einigen Minuten etwas zu sagen. Er blickte mir ganz direkt ins Gesicht und sagte:
Unhöfliches Kind. Tue das nie mehr, verstanden?
Wenn man diese Wurzeln kaut , wie du es gemacht hast, kriegt man irgendwo und irgendwann einen sehr starken und unkontrollierbaren Ständer."
Es ist echt ärgerlich, dass ich mich nicht genau daran erinnere, wie alt und in welcher
Klasse ich war. Macht aber nichts. Was aber hundert prozentig sicher ist, ist, dass ich noch sehr jung war und zu jener Zeit im Dorf bei meinen Eltern wohnte. Ich war ein sehr neugieriges Kind, vielleicht bin ich es noch, weiß ich nicht. Ich stöberte immer in den Sachen meiner Eltern vor allem in denen meines Vaters herum. Mich interessierten besonders seine Fotos, wie er aussah, als er noch jung war, ob ich ihm in seiner Kindheit und Jugend ähnlich sah. Eine andere Tatsache war und ist immer noch, dass mein Vater, obgleich er die Schule nicht besucht hat, alle Urkunden und Papiere bewachte und immer noch bewacht, die er bekam und bis jetzt bekommt. Ich las gerne alles und das machte mir echt viel Spaß. Als er zurückkam und merkte, dass seine Sachen, die er immer sehr gut aufräumte, nicht mehr in Ordnung waren, fragte er total zornig uns alle, aber ich gab nie etwas zu. Eines Tages war Vater auf dem Feld, Mutter und die anderen Geschwister waren alle nicht da auch. Ich war also ganz alleine im Haus. Da fing ich an mit meiner üblichen Arbeit. Ich ging in Vaters Schlafzimmer, holte mir einen Stuhl und setzte mich vor seine Schublade. So, jetzt habe ich genug Zeit, sagte ich lächelnd und mir die Hände reibend. Ich zog sie raus. Ich fand darin natürlich Papiere und zwei seltsame fast unsichtbare alte Fotos. Ich konnte ihn da nicht gut erkennen. Dazu fand ich aber jenes Mal noch etwas anderes: Viele sehr kleine Wurzeln. Oh ,was ist das denn noch? Fragte ich. Die Wurzeln sahen aus wie Zahnstocher, die wir gewöhnlich bei uns gerne kauen. Bei uns ersetzen manchmal die Zahnstocher die Zahnbürste und Creme. Ich meine, wir benutzen sie, um uns irgendwann die Zähne zu putzen und das ist überhaupt nicht erstaunlich. Ich nahm mir also einen und kaute ihn. Hmm er hatte einen speziell guten Geschmack. Gar nicht bitter, aber einfach ölig wie ein leicht geräucherter Fisch. Ich nahm also noch einen zweiten und einen dritten und einen vierten und einen fünften und einen sechsten. Es waren echt sehr leckere und fesselnde Wurzeln, ich meine, Zahnstocher. Ich beschäftigte mich ganz seriös mit ihnen und warf keinen Blick mehr auf die anderen Sachen. Ich aß sie sehr gut mit Appetit und trank dazu ein Glas Wasser. Warum sie da in der Schublade lagen und wozu sie dienten, interessierte mich gar nicht zu wissen. Um 20 Uhr kam Vater zurück nach Hause. Ja, es war üblich bei ihm. Er kam nie früh vom Feld nach Hause. Als man ihn darauf aufmerksam machte, dass es schon Abend und dunkel werde und dass man also nach Hause müsse, antwortete er immer: Nein, nein Kinder bleibt ihr cool, es ist noch nicht dunkel. Es seien die Wolken, die die Sonne davon hindern, gut zu scheinen. Er war also im Haus und ging sehr schnell in sein Schlafzimmer, um sich umzuziehen. Danach fing er an zu überprüfen, ob seine Sachen in Ordnung geblieben waren. Er zog seine Schublade raus und da merkte er sofort, dass einige seiner Zahnstocher, ich meine Wurzeln, fehlten. Zornig kam er raus und fragte energisch: Wer hat in meiner Schublade herumgestöbert und meine Zahnstocher geklaut? Er schrie so stark im Haus, dass ich plötzlich große Angst bekam. Mit einer zitternden und leisen Stimme gab ich dieses Mal zu, dass ich es war.
Ich Vater.
Hier her! Sagte er.
Ich kam mit einem gesenkten Kopf.
Warum hast du meine Zahnstocher geklaut? Fragte er immer noch zornig. Ich sagte nichts, er fragte mich wieder, ich sagte nichts, er fragte zum dritten Mal, ich antwortete ganz leise:
Weil sie sehr ölig und lecker waren.
Oh mein Gott, du wirst dir ernste Komplikationen holen wegen deiner großen Scheißesslust. Weißt du, warum sie da liegen? Weißt du welche Rolle sie spielen?
Schrie er in meine Ohren.
Nein, antwortete ich ängstlich und ganz leise.
Wie viele hast du gekaut?
Fragte er noch. Ich antwortete: Ich weiß nicht genau. Zwischen fünf und sechs.
Ach was, du bist doch noch zu jung dafür. Das ist aber zu viel für dich vor allem für dein Alter.
Das kannst du ja nicht vertragen.
Da verstand ich ehrlich nichts von dem, was Vater jetzt sagte und ich hatte richtig Angst.
Ich wollte jetzt unbedingt wissen, wozu jene Wurzeln, die ich geklaut hatte, überhaupt dienten. Ich hob meinen Kopf und fragte ihn leise:
Papa, wozu dienen sie und warum kann ich sie nicht ertragen?
Mach deinen Scheißmund zu! Sagte er mir zornig. Er wollte meine Frage nicht beantworten und ich wusste nicht warum. Er entschied sich aber dann nach einigen Minuten etwas zu sagen. Er blickte mir ganz direkt ins Gesicht und sagte:
Unhöfliches Kind. Tue das nie mehr, verstanden?
Wenn man diese Wurzeln kaut , wie du es gemacht hast, kriegt man irgendwo und irgendwann einen sehr starken und unkontrollierbaren Ständer."
Von Abidjan nach Berlin
Von Abidjan nach Berlin
Es war Sonntag und ich hatte es schon eilig zum Flughafen zu fahren. Mich interessierte gar nicht, mich von der Familie, den Freunden und von wem weiß ich noch zu verabschieden. Es war wahrscheinlich doof von mir, gell?
Aber was wollt ihr? Es verwirklichte sich da mein Traum. Und da ich diesen Traum seit 25 Jahren habe,konnte ich mir noch nicht vorstellen, dass er wahr geworden war. Ach was, 25 Jahre? Wenn ich nicht übertreibe, dann war mein Traum älter als ich. Ich hätte ihn also schon im Bauch meiner Mutter. Ich war vielleicht auch bereits dazu prädestiniert.
Ja ich konnte mich vor allen verstecken, aber eigentlich nicht vor dieser Frau, Stefanie Kastner, die mir diese schöne Gelegenheit gegeben hat, meinen sehr alten Traum zu verwirklichen und auch nicht vor dieser schönen Frau, meiner Verlobten, der Frau meines Herzens, so lehrt uns unser immer dicke Kleidung tragende Grammatiklehrer an der Uni, obwohl er nicht so dick ist, im ersten Jahr uns auszudrücken. Die Redensart dieses Lehrers klingt für mich sehr altmodisch. Sie waren also mit mir und noch einen anderen, den wir am Flughafen getroffen hatten. Ihr weißt schon, dass es bei solchen Gelegenheiten viele Befragungen gibt. Wir könnten also von einem Polizisten reden, der in seiner komischen Uniform sehr seltsam aussah und auf eine ganz blöde Weise die Reisepässe kontrollierte. Hmm, hoffentlich kontrollierte er in der Tat die Pässe und fragte nicht nach Geld, wie sie sich alle verhalten, wenn sie einen sehen, der nach Europa fliegt. Ach, diese verrückten Menschen, die vorgeben, den Flughafen zu sichern. Mit ihnen ist es 100 % sicher, dass Al Quaida sehr leicht ihre Ziele erreichen kann, ohne irgendeine Komplikation zu haben, wenn sie irgendwie und irgendwann einen Zwischenstopp in Abidjan machen. Nach einer halben Stunde verabschiedete ich mich von meinen Begleitern und ging die Treppe hinauf bis zu meinem Gate. Ich fand dort einen Ghanaer, der so ein undeutliches Englisch sprach, dass man denken könnte, dass er keine Zähne mehr in seinem Mund hatte. Ich grüßte ihn und dann begann plötzlich ein kleines Gespräch zwischen uns. Er musste in Monrovia, der im langen Bürgerkrieg gebliebenen und völlig zerstörten und jetzt in einem langsamen Wiederaufbau stehenden Hauptstadt Liberias aussteigen für eine religiöse Konferenz, sagte er mir. Das war mein allererstes Mal, in ein Flugzeug einzusteigen. Um acht stieg ich endlich in das Flugzeug der Brüsseler Airlines ein und verließ den warmen ivorischen Boden Richtung Berlin, aber über Monrovia und Brüssel. Die Stimmung im Flugzeug war cool, aber das Essen war einfach scheiße. So blöde Sachen, die gar nicht schmeckten. Ich hatte dann plötzlich an meinen lieben Reis gedacht, den ich vom 1. bis zum 31. esse. Ja ich esse gerne Reis und deswegen bin ich vielleicht fast immer verstopft und kann das Klo nur einmal in der Woche grüßen. Oh, armes Klo, es muss mich echt vermissen, denn ,wenn wir es schaffen, und zu treffen,haben wir immer dauerhafte und laute Sitzungen zusammen. Der Flug dauerte ungefähr 8 Stunden von Abidjan nach Brüssel. Als wir in Brüssel gelandet waren, gab es dort eine nervige starke Kontrolle wahrscheinlich wegen der kriminellen Handlung dieses dummen Nigerianers. Um 8:15 setzte ich endlich meinen Fuß auf den schweinekalten deutschen Boden am Flughafen Tegel. Ach, es war schrecklich, echt!!!!
Ich sah da zum allerersten Mal Schnee in meinem Leben. Ich ging sehr schnell in den Gepäckraum, nahm meinen Koffer und ging in die Haupthalle des Flughafens dank einer alten Frau, weil ich einfach nicht wusste, wo ich hinmusste. Es gab da eine aufgeregte Stimmung, sodass ich mit meinem armen Koffer lächelte, der auch diese tödliche Kälte mitertragen musste. Ich stand da, bis ich abgeholt wurde. Seit jenem Tag fror ich immer in Berlin. Meine Lippen hatten aufgegeben. Es war einfach genug für sie. Zum Glück habt ihr sie nicht gesehen und sie freuen sich darüber. Umso besser, sagen sie ruhig. Und das nervigste war, dass ich immer so viel Kleidung anhaben musste. Was konnte ich aber machen? Entweder irgendwo am Sophie Charlotte Platz auf den Treppen dem Leben bye! bye! sagen, oder mit ganz seltsamer dicker Kleidung auf den Berliner Straßen herumlaufen. War doch eine tolle Erfahrung.
Es war Sonntag und ich hatte es schon eilig zum Flughafen zu fahren. Mich interessierte gar nicht, mich von der Familie, den Freunden und von wem weiß ich noch zu verabschieden. Es war wahrscheinlich doof von mir, gell?
Aber was wollt ihr? Es verwirklichte sich da mein Traum. Und da ich diesen Traum seit 25 Jahren habe,konnte ich mir noch nicht vorstellen, dass er wahr geworden war. Ach was, 25 Jahre? Wenn ich nicht übertreibe, dann war mein Traum älter als ich. Ich hätte ihn also schon im Bauch meiner Mutter. Ich war vielleicht auch bereits dazu prädestiniert.
Ja ich konnte mich vor allen verstecken, aber eigentlich nicht vor dieser Frau, Stefanie Kastner, die mir diese schöne Gelegenheit gegeben hat, meinen sehr alten Traum zu verwirklichen und auch nicht vor dieser schönen Frau, meiner Verlobten, der Frau meines Herzens, so lehrt uns unser immer dicke Kleidung tragende Grammatiklehrer an der Uni, obwohl er nicht so dick ist, im ersten Jahr uns auszudrücken. Die Redensart dieses Lehrers klingt für mich sehr altmodisch. Sie waren also mit mir und noch einen anderen, den wir am Flughafen getroffen hatten. Ihr weißt schon, dass es bei solchen Gelegenheiten viele Befragungen gibt. Wir könnten also von einem Polizisten reden, der in seiner komischen Uniform sehr seltsam aussah und auf eine ganz blöde Weise die Reisepässe kontrollierte. Hmm, hoffentlich kontrollierte er in der Tat die Pässe und fragte nicht nach Geld, wie sie sich alle verhalten, wenn sie einen sehen, der nach Europa fliegt. Ach, diese verrückten Menschen, die vorgeben, den Flughafen zu sichern. Mit ihnen ist es 100 % sicher, dass Al Quaida sehr leicht ihre Ziele erreichen kann, ohne irgendeine Komplikation zu haben, wenn sie irgendwie und irgendwann einen Zwischenstopp in Abidjan machen. Nach einer halben Stunde verabschiedete ich mich von meinen Begleitern und ging die Treppe hinauf bis zu meinem Gate. Ich fand dort einen Ghanaer, der so ein undeutliches Englisch sprach, dass man denken könnte, dass er keine Zähne mehr in seinem Mund hatte. Ich grüßte ihn und dann begann plötzlich ein kleines Gespräch zwischen uns. Er musste in Monrovia, der im langen Bürgerkrieg gebliebenen und völlig zerstörten und jetzt in einem langsamen Wiederaufbau stehenden Hauptstadt Liberias aussteigen für eine religiöse Konferenz, sagte er mir. Das war mein allererstes Mal, in ein Flugzeug einzusteigen. Um acht stieg ich endlich in das Flugzeug der Brüsseler Airlines ein und verließ den warmen ivorischen Boden Richtung Berlin, aber über Monrovia und Brüssel. Die Stimmung im Flugzeug war cool, aber das Essen war einfach scheiße. So blöde Sachen, die gar nicht schmeckten. Ich hatte dann plötzlich an meinen lieben Reis gedacht, den ich vom 1. bis zum 31. esse. Ja ich esse gerne Reis und deswegen bin ich vielleicht fast immer verstopft und kann das Klo nur einmal in der Woche grüßen. Oh, armes Klo, es muss mich echt vermissen, denn ,wenn wir es schaffen, und zu treffen,haben wir immer dauerhafte und laute Sitzungen zusammen. Der Flug dauerte ungefähr 8 Stunden von Abidjan nach Brüssel. Als wir in Brüssel gelandet waren, gab es dort eine nervige starke Kontrolle wahrscheinlich wegen der kriminellen Handlung dieses dummen Nigerianers. Um 8:15 setzte ich endlich meinen Fuß auf den schweinekalten deutschen Boden am Flughafen Tegel. Ach, es war schrecklich, echt!!!!
Ich sah da zum allerersten Mal Schnee in meinem Leben. Ich ging sehr schnell in den Gepäckraum, nahm meinen Koffer und ging in die Haupthalle des Flughafens dank einer alten Frau, weil ich einfach nicht wusste, wo ich hinmusste. Es gab da eine aufgeregte Stimmung, sodass ich mit meinem armen Koffer lächelte, der auch diese tödliche Kälte mitertragen musste. Ich stand da, bis ich abgeholt wurde. Seit jenem Tag fror ich immer in Berlin. Meine Lippen hatten aufgegeben. Es war einfach genug für sie. Zum Glück habt ihr sie nicht gesehen und sie freuen sich darüber. Umso besser, sagen sie ruhig. Und das nervigste war, dass ich immer so viel Kleidung anhaben musste. Was konnte ich aber machen? Entweder irgendwo am Sophie Charlotte Platz auf den Treppen dem Leben bye! bye! sagen, oder mit ganz seltsamer dicker Kleidung auf den Berliner Straßen herumlaufen. War doch eine tolle Erfahrung.
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